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Dax und Politik

Gepostet von Mr.P am | 11. Februar 2010 | 1 Kommentar

von Daniel Kühn (Chefredakteur von Tradesjournal)
Mittwoch 10.02.2010, 07:00 Uhr (gefunden bei www.godmode-trader.de)

Es ist Anfang Februar und der DAX liegt rund 8% hinten – das erlebt man auch nicht alle Jahre. Würde ich jetzt so dreist annualisieren wie die Amerikaner ihr BIP, dann wäre wohl Ende 2010 Schluss mit dem DAX.

Einen echt miesen Jahresstart haben wir allerdings auch 2009 erlebt. Welche Performance die Indizes dann doch noch hinlegten ist ja hinlänglich bekannt. Eine Neuauflage der Hausse in dieser Dimension erscheint mir zwar äußerst unwahrscheinlich, aber ich würde das Jahr noch nicht abschreiben. Allerdings würde es mich nicht wundern, beim DAX dieses Jahr noch die 4 am Anfang zu sehen. Oder sogar die 3? Danach könnte aber wieder eine Megarally starten.

Letztlich kann Ihnen das als Trader auch egal sein. Zumal die Zeiten schon lange vorbei sind, in denen man nur auf steigende Kurse setzen konnte. Wie Sie auch als Kleinanleger sehr simpel und transparent die Schwankungen ausnutzen können (vorausgesetzt natürlich sie erwischen diese korrekt), zeigt Ihnen die Vorstellung der SFDs (Straight Forward Dealings) in dieser Ausgabe. Der Name erinnert nicht zufällig an CFDs. Auch wenn es letztlich neu angestrichene Turbozertifikate sind, lohnt ein Blick schon alleine wegen der sehr leicht nachvollziehbaren Preisfindung und Funktionsweise.

Erlauben Sie mir noch ein Wort zur Politik: Es ist ein Grauen für einen eigentlich überzeugten Liberalen. Schwarz-Gelb, was ist das für eine grässliche Farbmischung geworden? Liberales Gedankengut totale Fehlanzeige, jedenfalls in der Durchsetzung. So etwas wie die zu 100% unbegründete Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen muss jeder gestandene Liberale rundherum ablehnen, auch  wenn das Machwerk  im Rahmen eines größeres Gesetztes-Paketes beschlossen wird. Jeder muss den Mut aufbringen zu sagen, dass er als Abgeordneter totalen Schwachsinn nicht mitmacht. Und dabei handelt es sich glasklar in diesem Fall. Vom Ankauf geklauter Bankdaten will ich gar nicht reden, dass es sich dabei um Unterstützung von bzw. Anstiftung zu Straftaten handelt ist sogar juristischen Laien klar. Wo ist da die liberale Stimme?  Da ist doch allenfalls ein Winseln zu hören.

Den gewünschten Effekt hatte die Aktion jedenfalls: Das wochenlange Durchkauen in den Medien hat genug Panik erzeugt und gleichzeitig den „Betroffenen“ die Zeit gegeben, sich selbst anzuzeigen. Da könnten in den nächsten Monaten nicht nur ein paar 100 Mio. EUR, sondern einige Milliarden an Schwarzgeldern nach deklariert werden. Sicher, Steuerhinterziehung ist eine Straftat, aber der Zweck heiligt nicht alle Mittel. Das gilt für Steuern ebenso wie im Bereich der Sicherheit (z.B. an Flughäfen) bzw Terrorabwehr. Da kann ich nur noch  Benjamin Franklin zitieren: Wer die Freiheit aufgibt um die Sicherheit zu gewinnen, verliert am Ende beides. Wir sind leider auf direktem Weg dahin.


Daniel Kühn spricht mir voll aus der Seele, wo soll das ganze noch hinführen und auch ich denke das wir die 3 bei den Daxpunkten sehen werden. Am eigenen Leib erfahre ich gerade wie schlecht es mit der Wirtschaft steht. Im Moment höre ich nur “kein Geld” ich vermute das 2010 ein sehr hartes Jahr für alle Menschen hier wird und in so einer Krise an der Regierung zu sein ist mit Sicherheit auch kein Zuckerschlecken.  Aber vielleicht lernen wir durch diese Krise wieder ein wenig mehr zusammenzuhalten und weniger zu bescheißen! Ja man muss allem schlechten etwas gutes abgewinnen!

Ich drücke allen beide Daumen, dass sie die Krise meistern und nicht alles verlieren. Leider verlieren meist nur die kleinen und der Mittelstand den ganz großen passiert ja eh nichts.

Grüße von Mr. P

Kommentare

Ein Kommentar zu “Dax und Politik”

  1. DirkNB
    11. Februar 2010 @ 20:29

    Der wahrste Satz ist vermutlich dein letzter. Die Kleinen bezahlen die Zeche. Bis dahin geht die Wirtschaft den Bach runter, die Großbanken verbrennen Milliarden (Ausnahmen bestätigen die Regel), weil sie hauptsächlich mit heißer Luft handeln. In den gesamten sogenannten Finanzprodukten gehört aufgeräumt. Sparbuch, Anleihe, Aktie, Kredit. Mehr braucht es nicht. Alles andere sind Augenwischerei und letztendlich nur Wettscheine. Aber mit Geld spielt man nicht!
    Aber solange nur die Spieler das Sagen haben und mit aller Macht (=Geld) versuchen, ihe Gewinne zu maximieren, prophezeihe ich irgendwann den Zusammenbruch. Aber wir werden es überleben. Irgendwann gibt es Care-Pakete aus Afrika.

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